Bisher mussten Arbeitnehmer eine vom Arbeitgeber finanzierte Outplacement-Beratung als geldwerten Vorteil versteuern und auf die Honorarsummen Lohnsteuer zahlen. Weiter musste eine evtl. Abfindung versteuert werden. Vor diesem Hintergrund war die Mehrbelastung durch die Versteuerung des Outplacement-Honorars für viele Arbeitnehmer unzumutbar, so dass infolgedessen viele wünschenswerte Beratungen nicht durchgeführt werden konnten.

Manche Arbeitgeber sahen keinen anderen Ausweg, als die Lohnsteuer-Nachteile für den Mitarbeiter ihrerseits auszugleichen. So entstanden gerade den sozial verantwortlich handelnden Unternehmen neben Abfindung und Outplacement-Honorar noch zusätzliche Kosten. Damit ist jetzt Schluss.

Im Jahressteuergesetz 2020 beschlossen Bundestag und Bundesrat, dass die vom Arbeitgeber veranlasste und finanzierte Outplacement-Beratung für ausscheidende Mitarbeiter steuerlich nicht mehr als geldwerter Vorteil behandelt wird. In § 3 Nr. 19 EStG heißt es nun: „Steuerfrei sind auch Beratungsleistungen des Arbeitgebers oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten zur beruflichen Neuorientierung bei Beendigung des Dienstverhältnisses. Die Leistungen … dürfen keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben.“

Für diese Regelung hatte sich auch der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) eingesetzt. Das ist eine gute Nachricht nicht nur für die auftraggebenden Unternehmen, sondern vor allem auch für all diejenigen Mitarbeiter, die von Kündigung und Jobverlust bedroht oder betroffen sind.